CITES II (Herkunftsnachweis vom Züchter erforderlich)

Steckbrief (Phelsuma klemmeri)
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Phelsuma klemmeri – Klemmer's Taggecko

Allgemeine Informationen

  • Wissenschaftlicher Name: Phelsuma klemmeri
  • Familie: Gekkonidae (Geckos)
  • Verbreitung: Endemisch in Nordwest-Madagaskar, insbesondere in feuchten Waldgebieten.

Aussehen

  • Größe: 10–12 cm (inkl. Schwanz)
  • Färbung:
    • Auffällige türkis-blaue Körperfarbe mit gelblichem bis grünlichem Rücken.
    • Dunkle Längsstreifen vom Kopf bis zur Schwanzwurzel.
    • Männchen meist intensiver gefärbt als Weibchen.
  • Besonderheit: Einer der kleinsten Phelsuma-Arten, sehr lebhaft und flink.

Lebensraum und Verhalten

  • Lebensraum:
    • Bewohnt tropische Regenwälder, bevorzugt Bambusbestände.
    • Lebt fast ausschließlich auf Pflanzen, besonders auf Bambusstämmen.
  • Aktivität: Tagaktiv (diurnal)
  • Verhalten:
    • Sehr beweglich und schnell.
    • Sozialverträglich in kleinen Gruppen, Männchen jedoch territorial.
    • Gute Kletterer, können an glatten Oberflächen haften.

Ernährung

  • Omnivor
    • Frisst Insekten und süße Früchte.
  • Lebendfutter:
    • Kleine Insekten wie Fruchtfliegen, Springschwänze und Mikroheimchen.
    • Größere Tiere fressen auch Grillen und Wachsmottenlarven.
  • Pflanzliche Nahrung:
    • Nektar, Honigwasser, Fruchtbrei aus Banane, Mango oder Papaya.

Fortpflanzung

  • Paarung:
    • Männchen zeigen intensivere Farben und balzen durch Kopfnicken und Schwanzwackeln.
  • Eiablage:
    • Weibchen legen alle 3–4 Wochen 2 Eier, bevorzugt in Bambusröhren oder Spalten.
    • Eier sind nicht klebend und können entnommen und separat inkubiert werden.
  • Inkubationszeit:
    • 45–60 Tage bei ca. 25–28 °C.
  • Jungtiere:
    • Miniaturausgaben der Erwachsenen, selbstständig ab dem Schlupf.

Terrarienhaltung

  • Terrarium:
    • Mindestgröße: 40 × 40 × 60 cm (für ein Paar).
    • Hochterrarium empfohlen, da sie viel klettern.
  • Einrichtung:
    • Bambusröhren als Verstecke und Eiablageplätze.
    • Kletteräste, Korkrinde und lebende Pflanzen (z. B. Farn, Bromelien).
  • Temperatur:
    • Tagsüber: 26–30 °C, lokal bis 32 °C.
    • Nachts: 20–22 °C.
  • Luftfeuchtigkeit:
    • 60–80 %, tägliches Sprühen erforderlich.
  • Beleuchtung:
    • UVB-Lampe für Vitamin-D3-Produktion essenziell.

Besonderheiten

  • Eine der schönsten Phelsuma-Arten mit leuchtender Färbung.
  • Aufgrund ihrer geringen Größe und schnellen Bewegungen nicht für Anfänger geeignet.
  • Sehr aktiv und neugierig – faszinierende Beobachtungstiere.

Hinweise zur Haltung

  • Stress vermeiden: Nicht zu häufig stören oder greifen.
  • Gute Luftzirkulation im Terrarium, um Schimmelbildung zu verhindern.
  • Kontrollierte Zucht zur Arterhaltung wichtig, da Lebensräume in Madagaskar bedroht sind.

Mit der richtigen Pflege ist Phelsuma klemmeri eine spannende und farbenfrohe Art für fortgeschrittene Halter. 🦎💙


Wie sieht die Landschaft in der freien Wildbahn aus?

 


Gesetzliche Richtlinie:  vom 23. April 2008 (Stand am 1. Juni 2022)

 

für 2 Gelbkopf Taggeckos = (6x KL Länge des Terrariums) x (6x KL Tiefe des Terrariums) x (8x KL Höhe des Terrariums)

 

für jedes weitere Tier = (2x KL Länge des Terrariums) x (2x KL Tiefe des Terrariums) zusätzlich

Berechnung: 10 cm KL: 60 x 60 x 80 cm

für jedes weitere Tier: 20 x 20cm

3) Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmequelle vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann, ausser bei Freilandhaltung.

8) In allen Gehegen müssen, entsprechend der Art, horizontale oder vertikale Klettermöglichkeiten, z. B. Bäume, körperdicke Äste oder Felswände, vorhanden sein.

26) Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (HQL, HQI oder vergleichbare Lampen) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig.

 

 


Geschlechtsunterschiede bei Phelsuma klemmeri

Die Geschlechter von Phelsuma klemmeri lassen sich anhand äußerer Merkmale und Verhaltensweisen unterscheiden. Da es sich um eine kleinere Geckoart handelt, sind die Unterschiede subtiler als bei größeren Phelsuma-Arten.

1. Körpergröße und Färbung

  • Männchen:
    • Meist etwas kräftiger gebaut als Weibchen.
    • Oft intensivere Färbung, insbesondere während der Balzzeit.
    • Der Gelbton auf dem Rücken kann bei Männchen etwas satter erscheinen.
  • Weibchen:
    • In der Regel etwas kleiner und schlanker.
    • Farben sind meist leicht blasser als bei den Männchen.

2. Sichtbare anatomische Merkmale

  • Männchen:
    • Hemipenistaschen: Kleine Wölbungen an der Schwanzbasis, die die Hemipenes (Geschlechtsorgane) beherbergen.
    • Präanofemorale Poren: Sichtbar als kleine Poren entlang der Schenkelinnenseiten, oft in einer deutlichen Reihe angeordnet. Diese Poren scheiden Pheromone aus, die der Reviermarkierung und Anlockung von Weibchen dienen.
  • Weibchen:
    • Keine erkennbaren Hemipenistaschen.
    • Präanofemorale Poren sind entweder kaum oder gar nicht sichtbar.

3. Verhalten

  • Männchen:
    • Territorial, insbesondere gegenüber anderen Männchen.
    • In der Fortpflanzungszeit zeigen sie ein ausgeprägtes Balzverhalten mit Kopfnicken, Farbintensivierung und aktiverem Bewegungsverhalten.
  • Weibchen:
    • Weniger aggressiv und territorial.
    • Verhalten außerhalb der Paarungszeit meist zurückhaltender.

4. Geschlechtsbestimmung bei Jungtieren

Bei Jungtieren ist die Geschlechtsbestimmung schwierig, da die präanofemoralen Poren und Hemipenistaschen erst mit zunehmendem Alter deutlicher werden. Eine eindeutige Bestimmung ist meist erst nach 6–9 Monaten möglich.

Zusammenfassung

Die Unterscheidung zwischen Männchen und Weibchen bei Phelsuma klemmeri basiert hauptsächlich auf Färbung, Körperbau, dem Vorhandensein von Hemipenistaschen und präanofemoralen Poren sowie territorialem Verhalten.